Yoroï Shibari

„Shibari“ ist ein japanisches Wort, das so viel wie „fesseln“ bedeutet. In Japan und seit einigen Jahren auch in Europa wird Shibari mehr und mehr zu einer vielfältigen Kunstform. Sie ist auch bekannt als Kinbaku. Kinbaku ist die japanische Kunst jemanden mit Seilen zu fesseln, während Shibari den Akt des Fesselns meint.Es ist eine sinnliche, emotionale und körperliche Kunstform, deren Ziel es ist sowohl „ästhetisch“ ansprechendes zu schaffen, als auch und zu helfen auf eine innere Reise zu gehen die uns loslassen und entspannen lässt.
Ich lade Sie ein meine Leidenschaft für die Seile zu teilen und etwas über meine Lebensweise zu lernen. Ich halte Shibari für eine einzigartige Kunst und ein Werkzeug für persönliche Entwicklung. Es ist nicht das Ergebnis für das ich mich interessiere , sondern der kreative Prozess selbst. Deswegen nenne ich meinen Stil Kinbaku-Do. Dieser Ansatz ist eng mit meiner Liebe für Japan,wo ich vier Jahre gelebt habe verbunden aber auch in meiner Grundausbildung im Kampfsport und meiner Ausbildung zum Masseur (Anatomie und Biomechanik), die ich in Thailand gemacht habe. 15 Jahre Aikido Praxis bilden die Basis für das was ich heute meine Technik nenne.
Kinbaku ist keine kontrollierte, genaue Kunst und trotz sechs Jahren täglichen Trainings bin ich weiterhin fasziniert und versuche sie in allen Einzelheiten zu verstehen und zu erleben.
Um mein Wissen zu teilen organisiere ich mit meinem Team Veranstaltungen, Treffen und Projekte wie: Unterricht/ Workshops (technisch oder forschend), Performances, Unterricht um Kinbaku, offene oder private Sessions.

„Yoroï“ ist ebenfalls Japanisch und bedeutet Rüstung. Ich habe mich für diesen Künstlernamen aus verschiedenen Gründen entschieden. Zum einen ist er meinem Familiennamen ähnlich und zum anderen bin ich der Meinung das er eine schöne Analogie zu meiner Art des Fesselns, dem Shibari Stil den ich entwickle ist.

 

Japanische Rüstungen sind anders als europäische, denn ihr Zweck ist es eher den Gegner einzuschüchtern und zu erschrecken, also vor Angriffen zu schützen. Es gibt eine große Diskrepanz zwischen dem Bild welches sie vermitteln und ihrer tatsächlichen Funktion. Außerdem bedarf ihre Anwendung und Fertigung größeren Wissens als die von europäischen Rüstungen, denn sie passt sich dem Körper und den Bewegungen an und erlaubt deswegen eine große Beweglichkeit ( es ist beispielsweise möglich in einer japanischen Rüstung zu schwimmen).
Die Seile sind meiner Meinung nach dem Konzept der japanischen Rüstung sehr nah, denn sie verändern Körperbewegungen und schaffen eine alternative Realität für den Körper, die es der Vorstellungskraft erlaubt zu entdecken.

Ähnlich dazu zeigen die visuellen Effekte meiner Arbeit mit den Seilen nicht unbedingt die Erfahrung die ich mit der Person die ich fessele teile.

Je weiter man in die Welt des Kinbaku vordringt und je größer das Wissen ist das man dabei ansammelt, desto mehr wird man bemerken das nicht nur der Fesselnde, sondern auch die Person die gefesselt wird gut trainiert sein sollte.
Es ist ein aktiver Austausch von beiden Seiten, wobei die gefesselte Person weder eine unbeschriebene Seite oder ein Gegenstand ist, noch kann man sich dabei nur auf die Technik verlassen.
Inspiriert durch mein Aikido Training habe ich eine Kunst der Einheit, des Mitwirkens und der Kooperative entwickelt. In diesem Sinne ist mein Kinbaku Stil eine Methode der Kommunikation auf vielen Ebenen, ähnlich wie die japanische Rüstung.